Georg Wilhelm Friedrich Hegel

(27. August 1770 - 14. November 1831)

G. W. F. Hegel war der letzte der großen Philosophen. Sein Anspruch war es, die Wahrheit und zwar im Sinne, dass Gott die Wahrheit ist, in all ihren Facetten zur Darstellung zu bringen. Dazu zählte er zunächst die reine Wirklichkeit des Geistes und ihre innere Struktur (Metaphysik bzw. Logik), um diese dann in all ihren Erscheinungen in der materiellen und sozialen Welt wiederzukennen. Symptomatisch für sein Denken ist die berühmte Dynamik des Denkens als dialektischer Prozess. Das Denken entwickelt sich in diesem Sinne einer immanenten Logik folgend aus sich selbst heraus und führt so zu einer immer tieferen und reichhaltigeren Bestimmtheit.
Anders als viele meinen, erschöpft sich das Denken aber nicht in der Dialektik, sondern dieses ist selbst nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zur spekulativen Vernunft. Der letzte Gegenstand der Erkenntnis ist schließlich dann diese Vernunft selbst, aber im höchsten Sinne als die Vernunft Gottes. Hegel vertritt damit einen unglaublich hohen Anspruch, der uns heute zunächst sehr befremdet. Wenn man aber sieht, auf welch geniale Weise Hegel diesem gerecht wird und die Dimension des Geistes in der Kunst, der Religion, der Weltgeschichte, dem Staat, dem Subjekt etc. aufzeigt, beginnt es doch zu dämmern, dass der Erkenntnisanspruch doch zurecht besteht, dass man aber auch ein Genie sein muss, um ihn erfüllen zu können.